Keine Sorge, es tut gleichmäßig weh
„Keine Sorge, es tut gleichmäßig weh“ sagte er, fasste sich an die linke Seite seiner Brust und riss mit einem Ruck sein Herz heraus. Auf der linken Seite klaffte nun ein großes, schwarzes Loch, rot umrandet. Wie roter Samt legt sich das Blut auf seine Haut. Gesplitterte Rippen haben sich aufgestellt, entgegen ihres natürlichen Verlaufes. Die Hand, verkrampft und nicht ganz still, hält das Herz. Es zuckt ein wenig, wie ein neugeborenes Tier sucht es Wärme und Schutz, er versucht seine linke Hand dafür herzugeben. Bluttropfen verlassen die Handfläche, sie finde ihren Weg den Arm herunter. Die, die Richtung Boden fallen, werden beim Aufprall zu glanzvollen Rubinen. Er wünscht sich nur das Sie diese an einer Kette tragen wird. Sein Körper ist immer mehr mit Samt überzogen, es muss sich weich und warm anfühlen. Seine Gedanken werden schwächer, er muss sich setzen, sie laufen rückwärts an ihm vorbei. Das muss ein Irrtum sein, das hat er doch alles schon erlebt, das ist der falsche Zeitpunkt. Jetzt muss er sich konzentrieren.
Sie, sie weiß nicht was sie sieht. Der rote Samt würde sicher als Kleid sehr gut aussehen, schwarze Schuhe dazu. Vielleicht auch eine Kette, etwas rotes. Rubine, welche die glänzen, das würde passen. Aber die sind sehr teuer. Ist er das, was ist aus uns geschehen? Er ist so schön. Wenn man rückwärts denken könnte, denkt sie sich, alles nocheinmal. Stop, und weiter.
Er rutscht vom Stuhl, sein Körper gleich einer welken Blume. Sie, zurück aus der Welt der Gedanken, streckt ihren Arm aus. Das Herz gleitet in ihre Handfläche, der rote Samt reißt auf, durch einen hervorstehenden Nagel am Stuhl.
„Ich schenke dir mein Herz“.
wunder.schön.traurig.